Winterfutter: gedünstetes Kraut mit Schupfnudl

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Jetzt in der kältesten Jahreszeit, im Winter, esse nicht nur ich am liebsten Herzhaftes: ob Gerschtsuppe, oder Gulasch mit Reis oder Knödel, einen feinen Braten dazu gedämpftes oder gedünstetes Wintergemüse. Salaaaat? Nein, den brauch ich jetzt nicht wirklich. Aber so ein gedünstetes Krautgemüse, angereichert mit Pastinaken- und Selleriewürfelchen, Lauchstreifen und a bissl an Speck und nur mit wenig Extrasalz… dazu wie heute ein paar angebratene Schupfnudl (ob aus Erdäpflteig oder kohlenhydratarm, abgekürzt heute auf „lc“ – lowcarb – das ist nicht so wichtig)  Was braucht Mensch mehr?

Ach ja: wie dünste ich das Kraut denn? Ganz einfach: Pro  2 Mitesser: 5 cm Lauchstange (oder 1 kleine Zwiebel) in feine Streifen schneiden. Wer Pastinaken und Sellerie übrig hat, schneidet einfach ein paar je 2 EL Würfelchen daraus, 2 EL Speck in Streifen schneiden, 2 Handvoll Kraut nicht zu fein in Streifen schneiden.

Im Topf in  wenig Butterschmalz den Speck kurz anbraten, dann das ganze Gemüse dazu geben. Etwa 5 Minuten unter Rühren  vorsichtig anbraten, es soll keine Farbe annehmen und dann mit 1 Tasse Wasser angießen. Deckel halb drauf  legen und etwa 10 – 15 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten lassen. Dabei immer wieder umrühren. Mit wenig Salz abschmecken.

Während dessen kann man dann die Schupfnudl in einer separaten Pfanne von allen Seiten schön anbraten. Beides dann auf Teller verteilen und ein feines Winterfutter genießen.

 

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Erstversuch: Ruabnkraut! Gelungen!

Am 16. Oktober habe ich  Wasserrüben ernten dürfen.  Bei uns werden diese einfach nur Ruabn genannt.  Dieses wunderbare rosa-lilafarbene Wurzelgemüse lässt sich wunderbar in der Küche auf vielfältige Weise verwenden, aber bei uns hier in Süd-Ost-Nord-Tirol werden diese Rüben am liebsten zu Ruabnkraut verarbeitet, sprich fermentiert. Oft wird es auch mit Kraut vermischt. Das allseits bekannte Sauerkraut wird in Pustertal, der Heimat meiner Mama auch Zettelkraut genannt im Gegensatz zum Kraut aus den Rüben, das heißt dann eben Ruabnkraut. Und es schmeckt auch anders.  Am liebsten geniessen es meine Mama und ich mit Presskneidl (gepressten, angerösteten und gekochten Knödeln mit Gorgonzola oder Graukäse)

Tja, bisher hab ich dieses wunderbare fermentierte Herbst-Wintergemüse immer kiloweise gekauft, aber dieses Jahr hab ich endlich meinen schon letztes Jahr geplanten Versuch gestartet und zwar habe ich  erntefrischen Ruabn gewaschen, geschält, fein in dünne Streifen geschnitten (mithilfe meiner tollen Maschine). Das ganze genau abgewogen:  Die 1666 Gramm Ruabn habe ich mit 32 Gramm feinstem Ursteinsalz gut vermischt in den neu gekauften Krauttopf   gefüllt und mit der Faust fest angestampft, bis genug Saft herausgetreten ist. Mit den beigelegen 2 halben Scheiben gut beschwert. Den Krauttopfrand mit Wasser gefüllt und den Topf mit  dem Deckel verschlossen.

Beschriftet und 3 Tage in der Küche stehen gelassen bis das Ganze angefangen hat zu arbeiten. Anfangs war ich über das Blubbern aber vor allem über die vorher noch nie gehörten Plopps erstaunt, wenn die Gärgase den Deckel angehoben haben und durch das Absinken desselben eben dieses Ploppen entstanden ist. Ich war auf jeden Fall erfreut, dass sich im Topf was tut. Nach 3 Tagen ging es mit dem Topf in kühlere Gefilde.  Hin und wieder hab ich den Rand mit Wasser aufgefüllt, damit der Deckel immer luftdicht den Topf verschlossen hält.

Und heute nach knapp 5 Wochen konnte ich meinen Wunder (Neugierde) nicht mehr standhalten und hab endlich den Deckel gelüftet. Die Steine entfernt und das 1. selber produzierte Ruabnkraut entnommen und verkostet…. es ist mir wirklich wirklich wirklich gelungen… Mensch was für eine Freude…was für ein Gefühl…wegen eines Ruagnkrauts… unglaublich und vor lauter Freude habe  ich glatt noch einen Hüpfer und einen Jodler gemacht.

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Von Wurzln, Rüben & Co.

Gestern hab ich in meinem Garten noch richtig viel ernten dürfen: Rüben (Wasserrüben, woraus man z.B. Ruabnkraut machen kann), Karotten (lila, gelb), Fenchel, Knollenziest, Pastinaken, Petersilie, Beinwell, Meisterwurz, Nelkenwurz, Engelwurz, Löwenzahn, Mini-Paradeiser (Hawaiian und Rote Johannisbeere), Peperonicini, Tomatillo.

Einiges ist noch im Garten verblieben, zugedeckt, damit ich später noch mal was herausholen kann bzw. zum Testen, ob es im Winter noch erntbar ist.

Dahlien und Gladiolen hab ich auch herausgeholt, denn die sind nicht winterhart. Und das Wasser wurde im Garten abgeschaltet bzw. ausgelassen, damit keinen Frostschaden abgibt. So der Garten ist bereit für den Winter. (ich noch nicht ganz 😉 )

Einige Wurzeln wurden im Keller eingelagert, andere hab ich in den Minestrone gepackt, den ich gestern frisch gekocht habe. Und wieder andere habe ich sauber gewaschen und geputzt und bis zum Trocknen bis heute abgelegt.

Löwenzahn- und Nelkenwurz-Wurzel hab ich heute gedörrt und werden nun trocken gelagert. Meisterwurz-, Beinwell- und Engelwurz-Wurzel dürfen noch ein paar Tage länger in der Küche trocknen bis ich daraus Öl- und/oder alkoholische Auszüge ansetze

Hier ein paar Eindrücke:

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