Lenz’freude

Der Lenz, wie der Frühling oder das Frühjahr auch genannt wurde hat  heute wieder ganz offiziell  die Regentschaft, jahreszeitenmässig gesehen,  übernommen. Und wer von euch erfreut sich nicht … am Tirillieren der Vögel, am Aufbrechen der Blätterknospen, die den Berg mit einem zarten Grün überhauchen, an den zarten weiß-gelb-rosa Baumblüten, am Sprießen der wilden Bodenkräuter: Löwenzahn, Schafgarbe, Hirtentäschel…

also ich nehme diese Gelegenheit wieder wahr und feiere herrlich-schöne Jahreszeit: raus mit dem grau-braunen Wintermief und rein in den bunten Lenz und weil ich es recht gut kann habe ich zur Feier dieses ganz besonders schönen Tages eine ganz kleine Torte zusammen gebastelt: einen leichten Biskuit mit einer luftigen Mascarpone-Buttermilch-Zitronen-Creme gefüllt und mit einem sonnengelben Pfirsichspiegel (selbst gekochtes Pfirsichjoga aus sonnen gereiften Bio-Pfirsichen vom Pschoal-Hof aus Lana) und mit Blüten aufgehübscht:

 

Lenztorte_17

IMG_3326.jpg

Feinbitter – ganz was Feines

IMG_2852.jpg

Nicht mehr lange, dann kann ich endlich wieder Löwenzahn sammeln und verspeisen. Bis dahin jedoch muss ich nicht auf was Feines Bitteres verzichten. Noch gibt es sie die feinbitteren Puntarelle, zu deutsch auch als Spargelzichorie bekannt. Und als farblicher Gegenspieler: Radicchio, nicht der „tardivo“ sondern der „rosso di Chioggia“. Die Spitzen der Puntarelle-Knospen, habe ich mundgerecht geteilt, und auch den radicchio habe ich in „Schnitze“ geschnitten. Das Grün der Puntarelle habe ich zum Teil für einen „Grüntrank“ und den anderen Teil zerpflückt und in die Mitte des Tellers gegeben. Ein einfaches Dressing aus Olivenöl, Salz, Pfeffer, ein paar Spritzern Weißweinessig bester Qualität und ein paar Tropfen bestem Aceto Balsamico tradizionale di Modena (nein nicht dem flüssigem Billigzeugs, sondern dem sirupähnlichen, gutem Gaumenschmeichler) und ein fein-bitteres Vorspeisensalätchen kann angerichtet werden.  Ich verspreche euch, das ist was ganz Feines!!! Für den Gaumen und für den Magen.

 

Äpfelstrudl -ohne Mehl

IMG_2842.jpgZum gestrigen Kräuterhexn-Treffen auf 1200-irgendwas-metern, irgendwo in Südtirol habe ich mich an ein Äpflstrudl „ohne-Mehl-Experiment“ heran gewagt – auf denglisch: „low carb“ sozusagen:

Was ihr auf dem Bild seht ist der kleine Rest… aber so könnt ihr gaaanz genau sehen was da drinnnen ist, bzw. erahnen:

In einem mürben Teig, der geschmacklich seehr stark an Marzipan erinnerte haben sich die saftig-zitronigen Äpfelscheiben mit ihren Verwandten, den kandierten Mospern (Vogelbeeren) ganz wohl gefühlt. Und alexia-typisch habe ich den Strudel natürlich mit Hornveilchenblüten verziert. wollt ihr das Rezept haben? Ja? Na dann:

mürber Teig

(frei abgewandelt nach dem Rezept vom allerlei zuckerfrei-blog)

200 g Mandelmehl entölt, 70 g Kokosmehl, 10 g Guarkernmehl, 20 g Hanfmehl, 90 g Birkenzucker , 200 g weiche Butter, 1 Prise Salz, Abrieb von einer Bio-Zitrone, 1 Ei

Trockene Zutaten in einer Schüssel vermischen mit der weichen Butter, dem Ei und dem Zitronenabrieb gut verkneten. Ich hab dann den Teig ein paar Stunden in den Kühlschrank gestellt und etwa 1 Stunde vor dem Strudl-Machen zum Temperieren wieder heraus genommen.  Teig zwischen 2 Backpapierblättern etwa 0,4 cm dick ausrollen. Backofen auf 180 °C Ober-Unterluft vorheizen.

3-4 Äpfel gut waschen, vom Kernhaus entfernen und entweder schälen oder mitsamt der Schale fein in eine Schüssel hobeln, mit ⅔ des Saftes einer Zitrone (von der ich die Schale abgerieben habe), den Vogelbeeren, selbst gemahlenem Zimt und dem Mark einer halben Vanilleschote vermischen.

Das obere Blatt Backpapier von der Teigplatte vorsichtig abziehen. Äpfelfülle gleichmässig darauf verteilen und mit Hilfe des 2. Backpapiers aufrollen. Linke und rechte offene Strudelseiten mit den Fingern zusammenpitschen (drücken).

Strudelrolle inklusive Backpapier auf ein Backblech geben und etwa 20 Minuten im Backofen backen. Dann mit verrührtem Ei bestreichen und noch mal etwa 20-25 Minuten backen. Ich hatte befürchtet, dass der Teig beim Backen reißt… ist nicht passiert und ich erleichtert.

Strudel abkühlen lassen und mit Blüten dekorieren. Als Klebstoff habe ich dieses Mal Birkenzucker-puderiert und mit Zitronensaft verrührt und für jede Blüte einen Tupfer auf den Strudl gegeben.

Im Gegensatz zu „normaler“ Puderzucker-Zitronen-Glasur sind dieses Mal die Blüten viel schneller gewelkt. Auf jeden Fall hat es hübsch ausgesehen und geschmacklich hat es den Hexen auch gemundet. Experiment gelungen, würde ich sagen.

Ich wünsche euch allen noch lustige Faschingstage… und vergesst den Besen nicht irgendwo… 😉