Kürbisnocken & Feinbitteres

IMG_8838Dies war heute mein kleines Mittagsmahl. Schnell und leicht und gesund  und gut dazu.

Unter und um die KürbisNocken habe ich Radicchio trevisano und ein paar puntarelle gelegt. Mit Apfel-Balsamico, Olivenöl und Salz beträufelt.

Für die Kürbisnocken hab ich einen Teig zusammengerührt aus 1 Handvoll pürierter im Backrohr gegarten  Kürbiswürfeln welche ich mit Rosmarin, Salz und Olivenöl aromatisiert habe: zum Kürbispüree habe ich dann 1 Ei, Salz und Pfeffer und soviel Dinkel- und Schwarzplentenen Mehl wie nötig (bei uns heißt das auf Augenmass – italienisch: all’occhio), also ohne Waage untergerührt. Der Teig soll nicht zu fest sein, zwischen dickflüssig und leichtfest – der Teig zieht noch nach und wird nockerlstichfest. Und das ganze habe ich stehen gelassen bis das Wasser im Topf zu kochen anfängt. Das Wasser habe ich dann noch ein wenig gesalzen  sonst werden die Nocken fad. Mit Hilfe von 2 Teelöfferl habe ich dann die Nocken in das Wasser gegeben und dort durften diese dann ein paar Minuten lang sieden .

Sobald sie nach oben schwimmen sollte  man sie herausheben, auf den Teller schön anrichten und mit Pecorino (oder Parmesan) bestreuen und alé hopp – auf den Tisch damit.

Achtung: wenn ihr zuviel Mehl nehmt, werden die Nockerl zu hart, dann das nächste Mal weniger Mehl verwenden… so könnt ihr das Augenmass – das Fingerspitzen(mehl)gefühl trainieren….  ist mir auch schon passiert… Übung macht den Meister…  pfiatenk und habt einen schönen Wochenanfang

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Winterfutter: gedünstetes Kraut mit Schupfnudl

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Jetzt in der kältesten Jahreszeit, im Winter, esse nicht nur ich am liebsten Herzhaftes: ob Gerschtsuppe, oder Gulasch mit Reis oder Knödel, einen feinen Braten dazu gedämpftes oder gedünstetes Wintergemüse. Salaaaat? Nein, den brauch ich jetzt nicht wirklich. Aber so ein gedünstetes Krautgemüse, angereichert mit Pastinaken- und Selleriewürfelchen, Lauchstreifen und a bissl an Speck und nur mit wenig Extrasalz… dazu wie heute ein paar angebratene Schupfnudl (ob aus Erdäpflteig oder kohlenhydratarm, abgekürzt heute auf „lc“ – lowcarb – das ist nicht so wichtig)  Was braucht Mensch mehr?

Ach ja: wie dünste ich das Kraut denn? Ganz einfach: Pro  2 Mitesser: 5 cm Lauchstange (oder 1 kleine Zwiebel) in feine Streifen schneiden. Wer Pastinaken und Sellerie übrig hat, schneidet einfach ein paar je 2 EL Würfelchen daraus, 2 EL Speck in Streifen schneiden, 2 Handvoll Kraut nicht zu fein in Streifen schneiden.

Im Topf in  wenig Butterschmalz den Speck kurz anbraten, dann das ganze Gemüse dazu geben. Etwa 5 Minuten unter Rühren  vorsichtig anbraten, es soll keine Farbe annehmen und dann mit 1 Tasse Wasser angießen. Deckel halb drauf  legen und etwa 10 – 15 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten lassen. Dabei immer wieder umrühren. Mit wenig Salz abschmecken.

Während dessen kann man dann die Schupfnudl in einer separaten Pfanne von allen Seiten schön anbraten. Beides dann auf Teller verteilen und ein feines Winterfutter genießen.

 

Erstversuch: Ruabnkraut! Gelungen!

Am 16. Oktober habe ich  Wasserrüben ernten dürfen.  Bei uns werden diese einfach nur Ruabn genannt.  Dieses wunderbare rosa-lilafarbene Wurzelgemüse lässt sich wunderbar in der Küche auf vielfältige Weise verwenden, aber bei uns hier in Süd-Ost-Nord-Tirol werden diese Rüben am liebsten zu Ruabnkraut verarbeitet, sprich fermentiert. Oft wird es auch mit Kraut vermischt. Das allseits bekannte Sauerkraut wird in Pustertal, der Heimat meiner Mama auch Zettelkraut genannt im Gegensatz zum Kraut aus den Rüben, das heißt dann eben Ruabnkraut. Und es schmeckt auch anders.  Am liebsten geniessen es meine Mama und ich mit Presskneidl (gepressten, angerösteten und gekochten Knödeln mit Gorgonzola oder Graukäse)

Tja, bisher hab ich dieses wunderbare fermentierte Herbst-Wintergemüse immer kiloweise gekauft, aber dieses Jahr hab ich endlich meinen schon letztes Jahr geplanten Versuch gestartet und zwar habe ich  erntefrischen Ruabn gewaschen, geschält, fein in dünne Streifen geschnitten (mithilfe meiner tollen Maschine). Das ganze genau abgewogen:  Die 1666 Gramm Ruabn habe ich mit 32 Gramm feinstem Ursteinsalz gut vermischt in den neu gekauften Krauttopf   gefüllt und mit der Faust fest angestampft, bis genug Saft herausgetreten ist. Mit den beigelegen 2 halben Scheiben gut beschwert. Den Krauttopfrand mit Wasser gefüllt und den Topf mit  dem Deckel verschlossen.

Beschriftet und 3 Tage in der Küche stehen gelassen bis das Ganze angefangen hat zu arbeiten. Anfangs war ich über das Blubbern aber vor allem über die vorher noch nie gehörten Plopps erstaunt, wenn die Gärgase den Deckel angehoben haben und durch das Absinken desselben eben dieses Ploppen entstanden ist. Ich war auf jeden Fall erfreut, dass sich im Topf was tut. Nach 3 Tagen ging es mit dem Topf in kühlere Gefilde.  Hin und wieder hab ich den Rand mit Wasser aufgefüllt, damit der Deckel immer luftdicht den Topf verschlossen hält.

Und heute nach knapp 5 Wochen konnte ich meinen Wunder (Neugierde) nicht mehr standhalten und hab endlich den Deckel gelüftet. Die Steine entfernt und das 1. selber produzierte Ruabnkraut entnommen und verkostet…. es ist mir wirklich wirklich wirklich gelungen… Mensch was für eine Freude…was für ein Gefühl…wegen eines Ruagnkrauts… unglaublich und vor lauter Freude habe  ich glatt noch einen Hüpfer und einen Jodler gemacht.

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