Nimm dir Zeit… und räuchere mal

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Räuchern – seit der Mensch das Feuer „entdeckt“ hat, wird geräuchert, auf der ganzen Welt.

Räuchern – so alt und doch so modern. Weil es Vielen hilft, wegzutauchen vom Alltag. Man muss sich Zeit nehmen, denn es ist nicht nur so ein einfach „Duftlämpchen anzünden“ – ein Duft-to-go“ Nein – es ist viel viel mehr!

Das Vorbereiten, das bewußte Sich-Zeit-Nehmen zum Räuchern nimmt die Gedanken mit – weg vom Drumherum… hin zum In-sich-gehen.

Alleine oder zu zweit, oder in Gruppen.

Jeder hat sein eigenes Erlebnis, seine eigenen Gefühle…. je nach Räuchergut, je nach Stimmung erlebt es sich anders.
In der letzten Woche am 31. Oktober haben meine Freundin und ich gemeinsam geräuchert: Wacholder, Lorbeer, Königskerze, Fichtenharz, Föhrenholz und ganz wenig Myrrhe. Und es war gut… und fein….entspannend… licht….warm…
In 2 Wochen bzw. 3 Wochen halte ich jeweils einen Vortrag über dieses besondere Thema…. ich freu mich sehr darauf!

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Na! Heute schon geräuchert?

 

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Heute, am Vorabend zu Dreikinig ist die letzte Rauchnacht. Heute räuchern bei uns hier und im gesamten Alpenraum sehr sehr viele Menschen. Es geht der Rauch auf!

Ich kann mich noch an meine früheste Kindheit erinnern, wo Onkel Franz einen großen Metallkübel nahm, dort eine halbe Schaufel Gluat hineingab und dann Weihrauch nach und nach dazu gab. Nichts sonst. Ausserdem hatte er noch eine geweihte Kreide mit.

Einer der Mitgeher (mein Vater, ich oder eines meiner Geschwister) trug das Weihwassergefäß.

Dann wurde das ganze Haus – alle Räume vom Unterdach bis hinunter in die Speckkeller und Fleischzellen abgegangen. Der Rauch wurde überall fleissig verteilt, genauso alles mit Weihwasser besprengt. Währenddessen wurde dauernd gebetet. An den Haupttüren wurde dann mit Kreide die Jahreszahl und C+M+B (gedeutet als Caspar Melchior Baltasar – aber eigentlich Christus Mansionem Benedicat) geschrieben. Dies solle das Böse abhalten einzutreten. Es war und ist ein alter Schutz“zauber“ und geht sicher zurück auf  vorchristliche Zeit.

Ich kann mich erinnern, dass ich immer zu kalt hatte. Und ich hatte immer ganz sonderbare Gefühle dabei, die ich nicht zuordnen konnte. So  Gänsehautgefühle.

Heute durchgehe ich keine kalten Zellen mehr. Ich verräuchere mehr als „nur“ geweihten Weihrauch. Es kommen Kräuter und heimische Harze dazu. Und ich bete im eigentlichen Sinne nicht. Ich bin sehr still. Ich lasse Gefühle zu. Ich horche in mich hinein und  auch hinaus. Ich erfühle die Stimmung, die immer ein wenig anders schwingt. Es kann erholsam, fein, aber auch sehr anregend sein – spirituell, seelisch und/ oder körperlich. Ja. Probiert es selber aus.

Und: heute ist zwar die letzte Rauchnacht…. aber nicht der letzte Räucherabend oder -tag dieses frischen Jahres 2014. Die finsteren Nächte werden langsam kürzer. Und in knapp  4 Wochen feiern wir Lichtmess….