Lein-samen und ein pflanzliches Mittagsmahl

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Jene, die selber Lein angebaut haben bzw. anbauen kennen diese Kapseln. Diese zarten und dennoch relativ festen Kapseln sind in 5 „Stübchen“, sogenannten Fächern eingeteilt und in jedem von diesem sind jeweils 2 Samen.

Wenn man dann, selber, wie ich 1 m2 vom Lein anbaut, aus purer Freude an den zarten Blümchen und dann nach der Ernte die Kapseln mit den Fingern zerstört und so die Samen gewinnt, wird einem erst klar, wieviel Ackerfläche es braucht um ein halbes Kilo Leinsamen zu gewinnen. Mich wundert es umso mehr wie billig diese sind.

Umso mehr schätze ich die Leinsamen, ein einheimisches echtes Super-Nahrungsmittel(food), da verzichte ich gerne auch Chia und Konsorten.

Probiert es mal selber aus Lein selber anzubauen, auch im Ballkonkasten..

 

Und zur Feier des Tages gab es heute ein feines rein-pflanzliches Mittagessen:

Linsen-Basilikum-Krapflen auf Tomatenragout

etwa 150 g braune weich gegarte Linsen habe ich mit einer roten Zwiebel, 1 Zucchini, Knoblauch, Petersiliensalz, Piment d’Espellette und Rapsöl püriert und mit 1 EL Vollkorndinkelmehl sowie ½ EL Leinsamen vermengt. Kurz ziehen gelassen, zu Krapflen (Burger) geformt und dann in feinen Brotwürfelchen gewälzt. In Sonnenblumenbratöl langsam auf beiden Seiten angebraten jeweils 5 Minuten gebraten.

Inzwischen die Gartenparadeiser in grobe Würfel geschnitten mit Basilikum- und Petersilien-Streifen sowie confierten Verner Knofl, Knoflöl und Salz in einer Schüssel vermengt und kurz ziehen gelassen.

Tomatenragout und Krapflen auf Teller anrichten und sofort genießen.  Das war eine echte schnelle Mittagess-Nummer… probiert es aus, es zahlt sich aus und ausserdem für den tier(frei)tag bestens geeignet.

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Paradeisisch guat

Paradeiser werden die Tomaten auch genannt, vorwiegend in Österreich, Bayern und auch hier in Südtirol hört man dieses schöne Wort noch hin und wieder. Ist doch viel netter als dieses schlichte Wort „Tomate“.

Es gibt sie leider ganzjährig zu kaufen, meist noch unreif geernetet, da transportsicherer – das Aroma lässt da grüßen und mit was-was-ich-behandelt. (nein danke)

Jetzt im Sommer, sonnen-und wärmegereift hingegen, da schmecken sie auch mir, am liebsten aus dem eigenen Garten. Und da warte ich liebend gerne auf diese paradeisische Zeit.

Diese Nachtschattengewächse mögen ja dieses Sommerhitze und jetzt reifen so langsam die ersten in meinem Garten, alle sortenfest und die meisten davon selber vermehrt oder von guten Pflanzenvermehrern bekommen:

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Paulinchen, gelbe Cocktailparadeiser (gekauft in der Galanthus-Gärtnerie 201?)

Orangefarbene Datterini (von Christine aus Trens dieses Frühjahr geschenkt bekommen)

Indigo Rose, halb schwarz/halb rosefarben (Pflänzchen aus Irschen/ Kärnten vom Urlaub mitgebracht 2017)

Orange-gestreifte (von Elisabeth Kössler- 2017 geschenkt bekommen)

Grüne-Gelbe Zebra (Sortengarten Südtirol 201?)

Zitrone (2016 von Annamaria Gall aus Gummer geschenkt bekommen)

Rot-grüne Zebra (Galanthus 201?)

Gelbe Ananas (Sortengarten Südtirol 2016)

Hawaiian (von Arche Noah 2015)

Marmande (von Schullian 200?)

Kremser  (Pflänzchen aus Irschen/ Kärnten vom Urlaub mitgebracht 2017)

Goldene Königin (Pflänzchen aus Irschen/ Kärnten vom Urlaub mitgebracht 2017)

Rote Johannisbeere (Galanthus 20?)

Balkontomate (Sortengarten 2016)

Slawische Frühe (Sortengarten 2016)

 

Und das idealste perfekteste Sommerhitzenabendessen ist natüüürlich: Insalata Caprese.

Auf diesem Tellerchen seht ihr dazu halbierte orange Datterini und die gelben Paulinchen mit Mozzarellawürfelchen. Feinstem Rapsöl, Aceto balsamico tradizionale di Modena (nicht das Billigirgendetwas), Steinsalz und verschieden Basilikumblättchen. Paradeisisch, sag ich euch.

Habt ihr auch Paradeiser in eurem Garten/ Balkontopf? Welche??

 

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Klatsch-klatsch… quietschrotes Mohnblütenblättergelee

Sodele, wie bereits vor 2 Tagen angekündigt präsentiere ich euch: („Fanfare“…tatatatataaaa)

mein allerallererstes quietschrotes Klatschmohnblütenblättergelee.

Farblich ist das doch ein Wahnsinn, finde ich. Geschmacklich: ein ganz dezenter, fremder-neuer Geschmack und wenn es jetzt noch richtig geliert, dann bin ich zufrieden.

Das ursprüngliche Rezept habe ich in Michael Machatschecks Buch „Speisekammer aus der Natur“ gefunden. Ich habe es ein bisschen abgewandelt, weil ich kein Quittin im Hause habe/hatte und ich habe ein paar Blütenblätter mehr genommen, weil bei mir gerade im Garten eine ganz kräftige schöne blütenreiche Klatschmohnpflanze spontan gewachsen ist. Ein herrlicher Farbtupfer und es war mir so, als ob sie mir ein Signal senden wollte: mach was mit mir…hoooooppp Alexia und im Urlaub in Irschen ist mir das Rezept ins Auge gesprungen. Zufall???? Nein das glaub ich nicht. Ich glaube, wenn was passieren soll, dann passiert es. Passt, ich habe den blumigen Wink verstanden.

Also ganz einfach ist das Gelee gemacht: Frau oder Mann zupfe (nur) die roten Blütenblätter von 7 oder 15 (ich) Mohnblüten und gebe sie in einen halben liter Wasser, mixe das ganze mit dem Stabmixer und gebe dann 400 g Gelierzucker und 1 TL Quittin oder  300 g Gelierzucker 2:1 und kein Quittin dazu, mixe Alles noch mal auf und lasse das Ganze 3 Tage im Kühlschrank stehen. Täglich umrühren. Am 3. Tag dann abseihen und 3 oder 5 (ich) Minuten erhitzen. Heiß in kleine saubere Gläser füllen. Abkühlen lassen und wer mag schön etikettieren (ich muss das machen…das ist so ein wahnsinniger Zwang von mir… und ich steh dazu)

Man kann mit so einem Gelee Desserts zauberhaft einfärben, aufhübschen, gelieren…der Knaller finde ich… und ihr????