Torte? Nein! Finger-Roulädchen in bunt!

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Gestern war ich in Welschnofen, einem Dorf hier in Südtirol, wo ich in der Bibliothek mein Kochbuch vorstellen durfte. Und natürlich durften allerlei Kostproben nicht fehlen.

Unter anderem gab es auch eine Torte, die im eigentlichen Sinne keine Torte ist. Ich hab mir gestern das spontan anders ausgedacht, denn eigentlich wollte ich die im Kochbuch vorgestellte „Süsse Frühlingsrolle mit Waldmeister“ etwas umändern und sie statt der frühlingshaften mit herbstlichen Aromen füllen. Also eine „Süsse Herbstrolle mit Wildbeeren“. Ich habe sozusagen 2 Rezepte aus dem Buch kombiniert und umgewandelt: Daraus wurden dann anstatt der großen Rolle viele kleine Röllchen. Rund und praktisch, denn so muss die Torte nicht in Stücke geteilt werden, es wird kein Teller, kein Besteck, kein Messer benötigt:

Fingerroulädchen in bunt

sozusagen! So wie der Herbst halt auch ist in seiner Farbenpracht.

Grüne Biskuitroulade, in Streifen geschnitten, diese noch mal quer geschnitten, damit der Biskuit fein dünn ist,  mit einer feinen Fruchtcreme gefüllt und gerollt auf die Kuchenplatte angerichtet und dann alles zusammen mit einem Butterpapierstreifen und einer Naturschnur zusammengehalten. Und das gelbe das ihr auf den Bildern seht, sind Blütenblätter von einer Pompondahlie, denn Dahlienblüten sind essbar, sofern sie natürlich, also ohne Kunstdünger und Spritzmittel wachsen durften.

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Mit dieser Herbstkücheninspiration wünsche ich euch eine hoffentlich nicht zu hektische Woche.

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WurzelKüche

Sodele, die 1. WurzlSafari 2017 ist Geschichte. Ich habe ja einiges für meine WurzlSafari-Begleiter an Kulinarischen vorbereitet.  Unter anderem einen mit Nelkenwurz aromatisierten Quitten-Zierquitten-Apfel-Trunk, der kalt oder heiß wunderbar genossen werden kann. Und das Feste, das übrig bleibt, schmeißt frau doch nicht einfach weg, sondern macht daraus köstliches Fruchtmus – ein feines leichtes Dessert. Ich hab die Früchte durch die Flotte Lotte getrieben und danach nochmal im Mixer fein püriert. Und tja, alles kriegt man da ja nie sauber heraus, also ist mir spontan eingefallen 2 Esslöffel extra mehr drin zu lassen und mit Zugabe von ein bissl Wasser hab ich das Ganze noch mal volle Pulle gemixt. Daraus ist ein neues Dessert entstanden:  eine luuuuuftig leichte Fruchtwolke – ein anderes Wort fällt mir grad gaaar nicht ein. Und sooo schnell gemacht.. auch in Zukunft für Gäste..  und man kann bei der Fruchtmuswahl problemlos variieren, ob Apfel, Birne, Quitte, Marille, Pfirsich, Mango, Ananas…..

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Und zum Abschluß bekamen gestern noch die letzten Gäste, die nicht früher gehen mussten einen Blümchenkaffee serviert. Aus selbst geernteten Löwenzahnwurzeln, die ich gebürstet, klein geschnitten, gedörrt, geröstet und fein gemahlen habe. Aufgegossen mit heißem Wasser war das ein ausserordentlich guter Ersatz-Kaffee – feinbitter im Abgang.

Tja und der aufgebrühte Pulvermatsch, den hab ich heute in einen Brotteig dazu gegeben und daraus Löwenzahnwurzelkaffeepulver-Baguette gebacken.

Das Rezept ist eigentlich in meinem Buch drinnen, aber ich habs abgewandelt und statt der Kräuter hab ich halt den feuchten Pulverbrei untergeknetet. Noch ist es heiß das Brot, also heißt es abwarten ob es gut schmeckt… ich denke ja… auf alle Fälle hab ich so die Wurzel wirklich wirklich gut verwertet und nix weg geschmissen. Das Grün ist übrigens auf der Darre gelandet, damit ich später dann Löwenzahnblätterpulver machen kann…

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Nachtrag: das Brot ist sehr gut gelungen. Es ist natürlich dunkler geworden und man schmeckt die feine dezente Bitternote heraus. Die Kruste ist zwar rösch, aber irgendwie ein wenig weicher als ohne den Löwenzahnzusatz. Falls ihr also Blümchenkaffee von Taraxacum officinale machen wollt, nur zu! Und vergesst nicht den Brei weiter zu verarbeiten. Es lohnt sich absolut! Habt eine gute Woche!

Lein-samen und ein pflanzliches Mittagsmahl

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Jene, die selber Lein angebaut haben bzw. anbauen kennen diese Kapseln. Diese zarten und dennoch relativ festen Kapseln sind in 5 „Stübchen“, sogenannten Fächern eingeteilt und in jedem von diesem sind jeweils 2 Samen.

Wenn man dann, selber, wie ich 1 m2 vom Lein anbaut, aus purer Freude an den zarten Blümchen und dann nach der Ernte die Kapseln mit den Fingern zerstört und so die Samen gewinnt, wird einem erst klar, wieviel Ackerfläche es braucht um ein halbes Kilo Leinsamen zu gewinnen. Mich wundert es umso mehr wie billig diese sind.

Umso mehr schätze ich die Leinsamen, ein einheimisches echtes Super-Nahrungsmittel(food), da verzichte ich gerne auf Chia und Konsorten.

Probiert es mal selber aus, Lein selber anzubauen, auch im Balkonkasten..

 

Und zur Feier des Tages gab es heute ein feines rein-pflanzliches Mittagessen:

Linsen-Basilikum-Krapflen auf Tomatenragout

etwa 150 g braune weich gegarte Linsen habe ich mit einer roten Zwiebel, 1 Zucchini, Knoblauch, Petersiliensalz, Piment d’Espellette und Rapsöl püriert und mit 1 EL Vollkorndinkelmehl sowie ½ EL Leinsamen vermengt. Kurz ziehen gelassen, zu Krapflen (Burger) geformt und dann in feinen Brotwürfelchen gewälzt. In Sonnenblumenbratöl langsam auf beiden Seiten angebraten jeweils 5 Minuten gebraten.

Inzwischen die Gartenparadeiser in grobe Würfel geschnitten mit Basilikum- und Petersilien-Streifen sowie confierten Verner Knofl, Knoflöl und Salz in einer Schüssel vermengt und kurz ziehen gelassen.

Tomatenragout und Krapflen auf Teller anrichten und sofort genießen.  Das war eine echte schnelle Mittagess-Nummer… probiert es aus, es zahlt sich aus und ausserdem für den tier(frei)tag bestens geeignet.

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