WurzelKüche

Sodele, die 1. WurzlSafari 2017 ist Geschichte. Ich habe ja einiges für meine WurzlSafari-Begleiter an Kulinarischen vorbereitet.  Unter anderem einen mit Nelkenwurz aromatisierten Quitten-Zierquitten-Apfel-Trunk, der kalt oder heiß wunderbar genossen werden kann. Und das Feste, das übrig bleibt, schmeißt frau doch nicht einfach weg, sondern macht daraus köstliches Fruchtmus – ein feines leichtes Dessert. Ich hab die Früchte durch die Flotte Lotte getrieben und danach nochmal im Mixer fein püriert. Und tja, alles kriegt man da ja nie sauber heraus, also ist mir spontan eingefallen 2 Esslöffel extra mehr drin zu lassen und mit Zugabe von ein bissl Wasser hab ich das Ganze noch mal volle Pulle gemixt. Daraus ist ein neues Dessert entstanden:  eine luuuuuftig leichte Fruchtwolke – ein anderes Wort fällt mir grad gaaar nicht ein. Und sooo schnell gemacht.. auch in Zukunft für Gäste..  und man kann bei der Fruchtmuswahl problemlos variieren, ob Apfel, Birne, Quitte, Marille, Pfirsich, Mango, Ananas…..

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Und zum Abschluß bekamen gestern noch die letzten Gäste, die nicht früher gehen mussten einen Blümchenkaffee serviert. Aus selbst geernteten Löwenzahnwurzeln, die ich gebürstet, klein geschnitten, gedörrt, geröstet und fein gemahlen habe. Aufgegossen mit heißem Wasser war das ein ausserordentlich guter Ersatz-Kaffee – feinbitter im Abgang.

Tja und der aufgebrühte Pulvermatsch, den hab ich heute in einen Brotteig dazu gegeben und daraus Löwenzahnwurzelkaffeepulver-Baguette gebacken.

Das Rezept ist eigentlich in meinem Buch drinnen, aber ich habs abgewandelt und statt der Kräuter hab ich halt den feuchten Pulverbrei untergeknetet. Noch ist es heiß das Brot, also heißt es abwarten ob es gut schmeckt… ich denke ja… auf alle Fälle hab ich so die Wurzel wirklich wirklich gut verwertet und nix weg geschmissen. Das Grün ist übrigens auf der Darre gelandet, damit ich später dann Löwenzahnblätterpulver machen kann…

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Nachtrag: das Brot ist sehr gut gelungen. Es ist natürlich dunkler geworden und man schmeckt die feine dezente Bitternote heraus. Die Kruste ist zwar rösch, aber irgendwie ein wenig weicher als ohne den Löwenzahnzusatz. Falls ihr also Blümchenkaffee von Taraxacum officinale machen wollt, nur zu! Und vergesst nicht den Brei weiter zu verarbeiten. Es lohnt sich absolut! Habt eine gute Woche!

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Lein-samen und ein pflanzliches Mittagsmahl

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Jene, die selber Lein angebaut haben bzw. anbauen kennen diese Kapseln. Diese zarten und dennoch relativ festen Kapseln sind in 5 „Stübchen“, sogenannten Fächern eingeteilt und in jedem von diesem sind jeweils 2 Samen.

Wenn man dann, selber, wie ich 1 m2 vom Lein anbaut, aus purer Freude an den zarten Blümchen und dann nach der Ernte die Kapseln mit den Fingern zerstört und so die Samen gewinnt, wird einem erst klar, wieviel Ackerfläche es braucht um ein halbes Kilo Leinsamen zu gewinnen. Mich wundert es umso mehr wie billig diese sind.

Umso mehr schätze ich die Leinsamen, ein einheimisches echtes Super-Nahrungsmittel(food), da verzichte ich gerne auf Chia und Konsorten.

Probiert es mal selber aus, Lein selber anzubauen, auch im Balkonkasten..

 

Und zur Feier des Tages gab es heute ein feines rein-pflanzliches Mittagessen:

Linsen-Basilikum-Krapflen auf Tomatenragout

etwa 150 g braune weich gegarte Linsen habe ich mit einer roten Zwiebel, 1 Zucchini, Knoblauch, Petersiliensalz, Piment d’Espellette und Rapsöl püriert und mit 1 EL Vollkorndinkelmehl sowie ½ EL Leinsamen vermengt. Kurz ziehen gelassen, zu Krapflen (Burger) geformt und dann in feinen Brotwürfelchen gewälzt. In Sonnenblumenbratöl langsam auf beiden Seiten angebraten jeweils 5 Minuten gebraten.

Inzwischen die Gartenparadeiser in grobe Würfel geschnitten mit Basilikum- und Petersilien-Streifen sowie confierten Verner Knofl, Knoflöl und Salz in einer Schüssel vermengt und kurz ziehen gelassen.

Tomatenragout und Krapflen auf Teller anrichten und sofort genießen.  Das war eine echte schnelle Mittagess-Nummer… probiert es aus, es zahlt sich aus und ausserdem für den tier(frei)tag bestens geeignet.

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Paradeisisch guat

Paradeiser werden die Tomaten auch genannt, vorwiegend in Österreich, Bayern und auch hier in Südtirol hört man dieses schöne Wort noch hin und wieder. Ist doch viel netter als dieses schlichte Wort „Tomate“.

Es gibt sie leider ganzjährig zu kaufen, meist noch unreif geernetet, da transportsicherer – das Aroma lässt da grüßen und mit was-was-ich-behandelt. (nein danke)

Jetzt im Sommer, sonnen-und wärmegereift hingegen, da schmecken sie auch mir, am liebsten aus dem eigenen Garten. Und da warte ich liebend gerne auf diese paradeisische Zeit.

Diese Nachtschattengewächse mögen ja dieses Sommerhitze und jetzt reifen so langsam die ersten in meinem Garten, alle sortenfest und die meisten davon selber vermehrt oder von guten Pflanzenvermehrern bekommen:

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Paulinchen, gelbe Cocktailparadeiser (gekauft in der Galanthus-Gärtnerie 201?)

Orangefarbene Datterini (von Christine aus Trens dieses Frühjahr geschenkt bekommen)

Indigo Rose, halb schwarz/halb rosefarben (Pflänzchen aus Irschen/ Kärnten vom Urlaub mitgebracht 2017)

Orange-gestreifte (von Elisabeth Kössler- 2017 geschenkt bekommen)

Grüne-Gelbe Zebra (Sortengarten Südtirol 201?)

Zitrone (2016 von Annamaria Gall aus Gummer geschenkt bekommen)

Rot-grüne Zebra (Galanthus 201?)

Gelbe Ananas (Sortengarten Südtirol 2016)

Hawaiian (von Arche Noah 2015)

Marmande (von Schullian 200?)

Kremser  (Pflänzchen aus Irschen/ Kärnten vom Urlaub mitgebracht 2017)

Goldene Königin (Pflänzchen aus Irschen/ Kärnten vom Urlaub mitgebracht 2017)

Rote Johannisbeere (Galanthus 20?)

Balkontomate (Sortengarten 2016)

Slawische Frühe (Sortengarten 2016)

 

Und das idealste perfekteste Sommerhitzenabendessen ist natüüürlich: Insalata Caprese.

Auf diesem Tellerchen seht ihr dazu halbierte orange Datterini und die gelben Paulinchen mit Mozzarellawürfelchen. Feinstem Rapsöl, Aceto balsamico tradizionale di Modena (nicht das Billigirgendetwas), Steinsalz und verschieden Basilikumblättchen. Paradeisisch, sag ich euch.

Habt ihr auch Paradeiser in eurem Garten/ Balkontopf? Welche??

 

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