Zum heutigen Wahlsonntag ein ganz bsonders Stückl: Bürgermeisterstück

Vorgestern habe ich ein ganz feines besonderes Stückl Fleisch bekommen: ein Bürgermeisterstück vom Südtiroler Qualitätsrind! Ganz passend zu den heute hier in ganz Südtirol stattfindenden Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen, oder?

Und ich stehe nicht mal zur Wahl zur Bürgermeisterin, unerhört, oder?… lach….  Gut, dass sich die Zeiten geändert haben und auch ganz normale Frauen und Männer dieses Stück Fleisch erhalten,

Das BürgermeisterstückPastorenstückFrauenschuh  bezeichnet man einen Teil des Fleisches beim Rind.

In Österreich und im Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) kennt man dieses Stück auch als Hüfer– oder Hieferschwanzl.

Es liegt oberhalb des Kaiserteils bzw. Kugel des Rinderschlegls und ist besonders zart, da es fast gänzlich aus Muskelfleisch besteht und schaut aus wie eine Haifischflosse.

Nur erfahrene Metzger sind in der Lage, dieses spezielle Stück Fleisch in dieser markanten Form herauszulösen. Aufgrund seines besonders feinen Geschmackes war dieses Stück früher, auch wegen des hohen Preises, für die höhere Personenschaft  der Dorfgemeinschaft reserviert. Dies war wohl der Grund für den Namensgebung.

Diese Fleischstück eignet sich besonders zum Schmoren, Kurzbraten aber auch für Geschnetzteltes.

Man muss nicht jeden Tag Fleisch essen. 1mal die Woche oder alle 2 Wochen einmal, dafür aber ein gutes, am bestern von Tieren die regional aufgewachsen sind und in der Nähe auch geschlachtet werden. Ohne lange Transportwege.

Und es darf auch etwas kosten! Und das bekommt man nicht im Supermarkt ums Eck, wo Fleisch zum Diskontpreis angepriesen wird, sondern beim Metzger des Vertrauens, der einem auch besondere Stücke geben kann und dazu noch Tipps zum Zubereiten!

Und was habe ich nun Besonderes aus diesem edlen marmorierten Fleisch gekocht? Gulasch, vom Feinsten. MIt vielen Zwiebeln und Schalotten, gutem milden Paprika aus Ungarn, wenig Tomatenmark, Zweigelt-Wein vom Burgstaller Wieslerhof und Salz weich geschmort. In 1,5 Stunden.

Dazu eine gute Vollkorn-Polenta und Spargel: weiße und  grüne aus Tramin und sozugsagen wilder Spargel: Hopfensprossen aus dem Burgstaller Wald. Die Spargel habe ich vorher dampfgegart und wurden dann zusammen mit den Hopfensprossen in wenig Öl und Butter angebraten.

DAS ist ein Sonntagsessen! Wahrhaft (bürger)meisterlich 😉

Und als Dessert?  Vanilliger Rhabarber im Ofen gegart mit zitronig-waldmeisterlicher Ricotta!