Der Flachs… mein kleiner Gartenanbauversuch

Ja liebe Leser, mich gibt es noch…  seit fast 2 Monaten habe ich eine Blogpause eingelegt…. ich hatte einfach sehr viel zu tun, dazu diese heißen Sonnentage… und gekocht habe ich relativ wenig… viel Kaltes, Salate, Obst… und das habe ich dann auch nicht fotografiert…. ich hoffe ihr verzeiht mir… und heute widme ich diesen Beitrag einer der ältesten Kulturpflanzen: dem Flachs… oder auch Lein genannt.

Das blaue Wunder auf den Äckern. Mehr als nur ein Rohstoff für edle Stoffe. Der Samen, Nahrung, Medizin, Ölpflanze.

Und eine liebe Freundin aus dem Pusterer Weitental, die liebe Klara hat mir dieses Jahr ein Päckchen mit blauen Flachssamen geschickt. Oh ich habe mich so sehr gefreut, wie ich mich (fast) immer freue wenn ich Pflanzen, Saatgut, Setzlinge geschenkt bekomme. Ausnahme war wohl, als mir eine ältere liebe Dame vor einigen Jahren eine „hübsche Pflanze“ geschenkt hat. Und ich, die ich diese noch nie vorher gesehen hatte, habe sie eingepflanzt und bin dann drauf gekommen, dass es der … ja der Japanische Staudenknötierich  war. Und den ich nach 8 Jahren endlich im Garten wieder „ausgerottet“ habe…

Aber ich schweife ab: die Flachssamen habe ich Anfang Mai ausgesät, auf einem halben Quadratmeter. Und es war eine Freud zu beobachten, wie schnell die Samen aufgegangen und zu einem halben Meter große Pflanzen herangewachsen sind. Über einige Wochen hinaus konnte ich die Blüten bewundern. Diese zart-blauen engelhaften hauchzarten Blütenblätter…. die sich dann zu kleinen Kapseln bildeten.

Und vor Ende Juli habe ich die Pflanzen aus dem Boden gerissen.. nicht geschnitten. Habe sie trocknen gelassen und dann die Kapseln per Hand gequetscht und die Samen heraus gedroschen. Ein halbes Marmeladeglas Samen habe ich gewonnen… nicht viel, wird jetzt so der eine oder andere von euch…denken. Aber genau, deshalb weiß ich jetzt um so mehr den Leinsamen zu schätzen, denn es braucht ganz schön viel Ackerfläche um so ein paar Kilo Leinsamen zu gewinnen.

Die Stängel müsste ich jetzt wohl weiter verarbeiten, aber leider weiß ich überhaupt nicht wie das praktisch zu bewerkstelligen ist. Ich weiß theoretisch, dass sie geröstet (also fermentiert von Regen, Sonne, Bakterien), gebrochen, gehächelt usw. werden sollten…. bis die Fasern dann zu dem sooo schönen Leinenstoff gewebt werden können.

Und ich bin in der glücklichen Lage, dass ich noch 2 alte Brottücher aus rupfenen Stoff, also Flachs, mit den Händen  von fleissigen Tschögglberger Frauen gemacht, mein eigen nennen darf.

Und im nächsten Frühjahr sähe ich den selber gewonnen Leinsamen auf einem anderen Stück meines Gartens aus…

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