Pressknödel mit Brennnessel

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Knödel kennt ja jeder, oder? Ob süß oder herzhaft, ach es gibt ja sooo viele Varianten und gut sind sie (fast) alle.

Zu meinen Favoriten gehören, wie es sich für eine Tirolerin gehört natürlich Speckknödel, schwarzplenten Knödel, Spinatknödel…. und Pressknödel. Ja von denen hört man nicht so oft. Dabei sind die Pressknödel eine ganz typische puschtrischa Kost (aus dem Pustertal), ob auf italienischer oder österreichischer Seite, denn hinein gehört der berühmte Graukas, ein Magerkäse, der von „slow food“ hoch geachtete wird.

Meine Mama hat uns Pressknödel schon als Kinder serviert, aber aus Mangel an Graukas hat sie immer Gorgonzola verwendet und verwendet den auch heute noch dafür. Ob mit Graukas oder mit Gorgonzola, diese Knödel sind was ganz Besonderes. Mein Tata mag sie übrigens nicht so gerne, für ihn gibt es dann meistens die normalen Knödel, also die speckenen…. 😉

Pressknödel mit Brennnesseln

300 g Knödelbrot in Würfel geschnitten (aus altbackenem Weißbrot)

150 g Graukas würfelig geschnitten

1/4 TL Salz

3 Eier

1-2 Tassen (etwa 100-150 )g lauwarme Milch

2 EL Mehl

1 Hand voll  Brennnesselspitzen  blanchiert und zerkleinert (kann man auch weglassen)

Knödelbrot in eine Schüssel geben, Graukäse, den Brennnesseln und zusammen mit Salz und den Eiern zum Brot geben. 1 Tasse Milch darüber gießen und alles gut miteinander vermischen. Falls die Masse noch zu trocken ist evtl. weitere Milch dazugießen und alles gut durchkneten.Zugedeckt etwa eine viertel Stunde ziehen lassen.

Aus der Masse runde Knödel formen und auf ein Brett legen. Öl in einer Pfanne erhitzen und Knödel hineingeben, dabei mit einem Teighebe die Knödel flach pressen. Sobald eine Seite hellbraun gebacken ist, Knödel umdrehen. So mit allen Knödeln verfahren.

Wasser oder Suppe in einem Topf zum Kochen bringen und salzen. Die Knödel darin etwa 6-8 Minuten sieden lassen. Das Wasser sollte nur simmern und nicht voll kochen.

Dazu esse ich am liebsten, so wie meine Mama: rohes Ruabnkraut, oder falls es das noch nicht gibt, Rohnen- oder Krautsalat. Natürlich kann man im Frühling oder Sommer auch einen gemischten Gartensalat dazu essen.

Das Ruabnkraut ist übrigens auch etwas ganz typisches für Tirol. Hier werden bestimmte Rüben, so wie das Sauerkraut zerkleinert und zusammen mit Salz in Krautfässern geschichtet, gestampft, gepresst und abgedeckt und lässt das Ganze fermentieren. Dieses Ruabnkraut kann man roh essen oder kochen wie Sauerkraut. Das Sauerkraut wurde und wird übrigens hier auch von manchen Zeitgenossen Zettelkraut genannt (Zettel = Blätter).

Es gibt übrigens für die Pressknödel viele verschiedene Rezepte. Manche geben auch gekochte und gepresste Erdäpfl (Kartoffeln) zur Masse, dann werden sie flaumiger. Das nächste Mal probiere ich diese Variante….

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8 Gedanken zu “Pressknödel mit Brennnessel

  1. Nicht schon wieder! Es ist beinahe Mitternacht und ich lese wieder einmal ganz unschuldig ein Rezept von dir und kriege solchen Hunger…. 😀

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    • Ach Attila, das tut mir schrecklich leid…. wenn es ginge, würde ich dir sofort ein paar von den eingefrorenen Knödeln durchs Netz schicken… und bis sie bei dir wären, wären sie schon durch…. ich hoffe du hast im Eiskasten etwas anderes Gutes gefunden um keinen Hungerast zu kriege. 🙂

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  2. Graukas sagt mir als Hessin leider nicht viel. Aber das Rezept klingt arg toll und ich werde mich mal auf die Suche begeben, wo man hier Graukas bekommen könnte. 🙂

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    • Liebe Mina, in Hessen gibt es einen ähnlichen Käse, den Handkäs, den kannst du im Fall als Ersatz verwenden, aber nimm den ohne Kümmel. Der Graukas ist eine Spezialität in Südtirol und Österreich.
      Gutes Gelingen und liebe Grüße Alexia 🙂

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      • Ja super liebe Mina,
        und wenn du mal nach Tirol kommst, Nord/ Ost oder Süd, dann kannst du dir ja mal so einen Graukas kaufen und mit nach Hause nehmen. Man kann ihn nämlich sehr gut einfrieren.
        Gutes Gelingen… und schöne Grüße zurück.

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  3. Super Rezept!!!!! Ich, als ebenfalls Tirolerin :D, bevorzuge auch den Graukas.
    Wenn ich auf Urlaub zuhause bin, dann nehm ich mir immer welchen mit nach Deutschland und frier ihn dann ein.
    Lieben Gruß
    Reni

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    • Liebe Reni! Danke dir…
      Oh das ist ja schön, eine Tirolerin im Netz kennen gelernt zu haben… superfein!
      Ja, der Graukas schmeckt mittlerweile ja nicht nur uns Tirolern 🙂 Er ist schon ein ganz spezieller Kas – ein sakrisch guater drzua. Ich frier den Graukas auch immer ein, weil ich immer diese kleinen Loabelen im Ganzen einkaufe – der schmeckt einfach besser als diese eingeschweißten Scheiben.
      Lieben Gruß
      Alexia

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