Frühling in Flaschen

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Ich trink so gut wie immer nur (Bürgermeister)Wasser oder Tee. Und Caffé Macchiato. Ich koch mir aber gerne hin und wieder ein paar Fläschchen Sirup ein, wobei ich immer wieder experimentiere, manchmal inspiriert im www oder meistens einfach wenn ich durch Garten, Wiese, Wald schlendere und boing…Kräuter, Früchte gesammelt und ab gehts an den Herd…

Meine Gäste – ob groß oder klein dürfen dann trinken.

In den letzten Jahren habe ich Sirupe gemacht aus:

Holunderblüten, Minze, Melisse – die Klassiker eben…

und Rhabarber, Frauenmantel, Wiesenlabkraut, Frauenmantel, Lindenblüten,  Wildkräuter gemischt, Rosen, Johannisbeeren, Brennnessel, Beeren&Blüten ….

und vor ein paar Tagen erst hab ich Waldmeister und Rhabarber-Erdbeer-Vanille dafür verwendet, wie ihr auf dem Bild sehen könnt.

Waldmeister hat hier bei uns nicht so eine große Tradition wie in Deutschland. Ich kann mich an die Maturareise nach Berlin vor 25 Jahren erinnern…. ja ist ziemlich lange her… frau wird älter… da hab ich die Berliner Weiße mit (grünem) Schuss gesehen – nicht getrunken. Die Farbe hat mich total abgetörnt – richtig künstlich-grün…. Das Waldmeister-Kraut habe ich nun schon seit Jahren im Garten, einfach weil es schön aussieht mit diesem zarten Frühlingsgrün und den Sternblüten, aber in der Küche habe ich es bis jetzt noch nie verwendet – bis jetzt.

Für ca. 1 l Waldmeister-Sirup habe ich 1 Handvoll noch nicht ganz aufgeblühtes Kraut gesammelt un 2-3 Stunden anwelken lassen. Dann habe 1/2 l Wasser mit 1/2 kg weißem Zucker aufkochen lassen. Die welken, jetzt duftenden welken Blättchen habe ich, zusammen mit den Vierteln von 2 unbehandelten Zitronen in eine große weithalsige Glasflasche gegeben und mit dem noch heißen Zuckerwasser übergossen. Mit dem Deckel verschlossen und 2 Tage an einem warmen Ort ziehen lassen. Nach 2 Tagen habe ich das ganze abgeseiht, die Zitronenviertel ausgedrückt, noch einmal durch Filterpapier filtriert, erhitzt und in ausgekochte kleine Fläschchen gefüllt.

An den Geschmack muss man sich gewöhnen, er ist schon sehr extravagant…. die Frauen, die am Samstag zu meinem 2. Kochkurs gekommen sind kannten den Geschmack auch nicht, aber einigen hat er geschmeckt. Ich hab extra mit Zitronensaft auf“frisiert“, denn mir war er einfach zu wenig sauer.

 

Für den Rhabarber-Erdbeer-Vanille-Sirup habe ich 1/2 kg Rhabarber samt Schale in Stücke geschnitten mit 1/4 kg Mieze-Schindler Erdbeeren tiefgekühlt aus der letztjährigen Ernte und 1/2 kg Zucker in einem Topf vermischt und Saft ziehen lassen. Ein paar Stunden später habe ich dann noch 1/2 kg Wasser sowie eine halbierte Vanilleschote und den Saft von 1 Zitrone hinzugefügt und alles etwa eine halbe Stunde köcheln lassen. Das ganze habe ich durch h ein Sieb gefiltert und in ausgekochte saubere Fläschchen gefüllt.

Ein sehr aromatischer Sirup, der sicher mit Prosecco und Zitrone ein Frühlings(oder Frühsommer)-Hit im Glas wird. Bei der nächsten Feier  wird das auf alle Fälle kredenzt – als „rote Zorra“ – nein – da lass ich mir schon einen anderen Namen einfallen, denn da hätte ich Chilli mit hinein mischen sollen 😉 Ha… wieder eine neue Idee!!!

 

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