Chicoreespargel – Pasta mit Puntarelle

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Bitter im Mund – für den Magen(und die Verdauung) gesund! Das ist ein alter bekannter und wahrer Spruch der Volksheilkunde. Bitteres mochte ich bis vor 5 Jahren überhaupt nicht essen(ausser Artischocken- hehe). Im Allgemeinen mögen Kinder Bitteres nicht so gerne essen, das ist so angeboren, aus Schutz vor „giftigen“ Nahrungsmitteln. Aber Erwachsene essen gerne auch Bitteres. Ihr Körper verlangt oft direkt danach, denn sie tun wirklich gut.  Bitterliköre, wie Ramazzotti, Braulio und wie sie alle heißen werden sehr gerne zur Verdauungsanregung, also als Aperitiv getrunken. Gesünder als die „Kräuter-und Gemüseauszüge in alkoholischer Form“ sind die Blatt- und Gemüsearten, wenn sie gegessen werden. Roh oder gekocht.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Bitterstoffe aus den Gemüsearten langsam „herausgezüchtet“ um „kundenfreundlicher“ zu schmecken. Ich kann mich an Radicchiosalat von früher erinnern, boaah da rollten sich mir die Zehennägel auf, so bitter war der . Heute schmecken viele gängigen Radicchiosalate  richtig zahm. Wilde Salate hingegen haben ihre Ur-Bitterkeit noch nicht verloren. Der Mensch tut alles um die ärgsten Bitterstoffe heraus zu schwemmen. Bei uns wird, sobald es auf den Wiesen grün wird, „zigori“ gestochen, die jungen Löwezahnrosetten, samt Wurzelansatz. Geputzt, gewaschen mit Essig, Öl, Salz angemacht. Dazu vielleicht ein gekochtes Ei oder ausgelassenen Speck.

Jetzt in den Wintermonaten gibt es beim Gemüsehändler einige bittere Gemüsearten: Artischocken, Zuckerhutsalat, Chicoree, Radicchio und auch Puntarelle. Zu deutsch Chicoreespargel. Eine ganz typische italienische Gemüsespezialität.

Ich merke, dass ich älter werde, denn je älter ich werde umso zugetaner bin auch ich den bitteren Gemüsen. Radicchiosalat,  Löwenzahn-Smoothie, Pizza mit Radicchio. Risotto oder Nudeln mit Puntarelle. Ich könnte noch einiges hinzufügen. Aber heute gab es:

Pasta con Puntarelle

Ihr braucht pro 2 Personen 1 Kopf „Puntarelle“. Die Puntarelle sehen sooo schön aus. Im Inneren des „Salatkopfes“ sitzen viele Knospen, die Puntarelle. Die bricht man aus, wascht sie nur kurz,  halbiert die größeren und gart sie ca. 5 Minuten in Salzwasser um sie dann in kaltem Wasser abzuschrecken. Anschließend gart man ein paar Nudeln al dente. Heute: penne. Inzwischen erwärmt man in einer Pfanne Olivenöl, 1 TL Bärlauchbutter (vom Tiefkühl-Vorrat-yeah) oder Knoblauch,  gibt die puntarelle und die penne hinzu bis alles schön heiß ist. In tiefen Tellern anrichten, Parmesankäse darüber reiben und mmmmh essen. Und nun die feinen Bitterstoffe der Knospen, den salzigen Parmesan, dazu das feine Knofelige des Bärlauchs  herausschmecken.

N.B.: Am liebsten hätte ich noch den Teller ausgeleckt, soo gut wars.

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