Abgeschmolzene schwarzplentene Spatzlen

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Nach einem leichten Süppchen hab ich gestern als Hauptspeise Spatzlen gekocht. Dieses Mal mit schwarzplentenen Mehl – auch als Buchweizenmehl bekannt.

Nicht alle mögen dieses Mehl, es hat einen eigenen, leicht nussigen Geschmack, dabei ist es sehr nahrhaft, leicht verdaulich, enthält viel Eiweiß, jedoch kein Gluten.

Bei uns wurde früher sehr viel mit Buchweizenmehl gekocht, da dieses Knöterichgewächs sehr anspruchslos ist und als Nachsaat nach dem Getreide z.B. Roggen sehr geeignet ist. Die Vegetationszeit ist sehr kurz. Wenn man bedenkt, man sät die Samen Mitte August und kann dann im Herbst schon ernten, wenn das Wetter halbwegs passt und die Rehe oder Vögel nicht schneller sind als der Bauer oder Gärtner. Die Rehe haben das  Buchweizengrün und die Vögel die Samen zum Fressen gern. Da heißt es aufpassen!

Buchweizen galt bis vor wenigen Jahren als Arme-Leute-Nahrungsmittel, da er früher auf den Bauernhöfen sehr oft auf den Tisch kam. In Form von Knödeln, Riebl, Plent, Muas, Suppeneinlage usw. Seit einigen Jahren ist er wieder in Mode. Es ist nicht ganz einfach europäischen Buchweizen zu kaufen, der meiste der in den Läden verkauft wird stammt aus China! Ist an sich gesehen ja nicht schlimm, denn er stammt ja ursprünglich aus diesem asiatischen Land. Aber der lange Transportweg und auch der heutige Umgang dort mit den Böden, Pestiziden usw. stört mich persönlich schon und ich lasse so das Päckchen liebem im Regal stehen und suche lieber europäischen. Ich hoffe, dass bald auch bei uns wieder mehr Buchweizen angebaut wird. Es gibt ja schon verschiedene Projekte um Getreide wieder anzubauen (z.B. Regiokorn). Letzten Sommer konnte ich im Gespräch mit einem heimischen Bauer, diesen so dafür begeistern, dass er erstmals nach Jahrzehnten wieder 40 m² Buchweizen angebaut hat, zur Samenvermehrung. Das biologische Saatgut habe ich ihm besorgt.  Das Glitzern in seinen Augen, als er mir später von der Ernte erzählt hat, das hättet ihr sehen sollen…. pure Freude. Echt!

Übrigens: Das blühende Kraut ist ein Heilkraut. Es enthält sehr viel Rutin, auch Vitamin P genannt stärkt die Blutgefäße, die Elastizität.

So jetzt zu meinen Abgeschmolzenen Schwarzplentenen Spatzlen:

Es ist wieder mal so ein über-happs-Rezept, wo es keine Waage braucht, nur Gefühl und Übung in der Küche. Pro 2-3 Personen (je nach Hunger) braucht es 1 Ei welches ich  mit circa 1 Tasse Wasser (oder Milch), 1 Prise Salz und einem Schuß Öl (ich gestern: Dostöl) kurz verrühre dann schütte ich 1 Tasse grobes (oder feines) schwarzplentenes und 1/2 Tasse Dinkelvollkornmehl dazu und schlage das Ganze mit dem Kochlöffel ein paar Minuten . Der Teig muss reißend vom Kochlöffel fließen, d.h. er darf nicht zu flüssig sein, dann muss man noch Mehl hinzufügen, aber auch nicht zu fest sein, dann noch Wasser dazu rühren. Vollkornmehl braucht immer mehr Flüssigkeit, deshalb nur circa-Angabe!  Jetzt den Teig 20 Minuten ruhen lassen. Inzwischen einen Topf mit Wasser auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Salzen.

Den Teig portionsweise entweder auf ein nasses Brett geben mit einem Messer ins Wasser schaben, oder mit einer Spatzl-Hobel hineindrücken. Kurz umrühren und kochen lassen bis die Spatzlen nach oben schwimmen. Jetzt noch 30 Sekunden kochen lassen, mit einem Schaumlöffel herausheben und im kalten Wasser abschrecken. So mit dem Teig verfahren bis er fertig ist. Die Spatzlen abseihen.

In einer Pfanne Butter (oder Öl) erhitzen, Zwiebeln (Würfel oder Ringe) anschwitzen und leicht anbräunen lassen, die Spatzlen darin abschmelzen. Klein geschnittenen Bergkäse dazugeben vorsichtig unterheben. Wenn der Käse Fäden zieht mit Petersilienblättchen garnieren und ein wenig pfeffern (wer mag) und die Pfanne direkt servieren. Jeder kann sich dann selber seine Portion herausnehmen.

Dazu passt natürlich ein feiner Bittersalat vom Radicchio und/oder gedünstetes Gemüse. Bei mir gab es gestern feine Mamma-Artischocken dazu.

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