Reste der Schlacht“feste“ – vom Achten, Verachten, Wegwerfen…

Nein, das ist kein feierlicher schöner Beitrag…. Sondern ein grantiger. Gestern stieß ich, bzw. mein 4Beiner während unserer Wanderung über schöne Wald- und Wiesenwege auf 1400 m wieder mal auf Reste, die ein Mensch WEG GEWORFEN hat. Über den Wegesrand gekippt. Weg? Nein. Aus den Augen aus dem Sinn? Nein!

Jetzt in der kalten Zeit vor Weihnachten wird traditionell hier, wie auch in Österreich, Schweiz, Deutschland und wer weiß wo noch, auf den Bauernhöfen geschlachtet wird. Da kommt ein Struzer dann auf den Hof und schlachtet, zerlegt das zuvor zu diesem Zweck gehaltene und gemästete Vieh, meist ein Schwein oder ein Rind. Früher war das immer ein Fest. Da gab es einen Schmaus von den ganzen „Schlachtnebenprodukten“ wie es heute so schön heißt, die man nicht zu Speck, Würsten, Fleisch verarbeiten und länger lagern konnte. Es gab Blutknödel, Blutnudeln, Blutwürste, Hirnknödel, Beischl (Herz und Lunge fein faschiert gedünstet mit Gurke, Kapern und allerlei Gewürz – mjamm), Leberwürste, und was weiß ich noch. HEUTE mag das fast keiner mehr. Es wird „entsorgt“ wie es so schön steril heißt. Weg geschmissen – nix wert. Schade drum, denn alles ist was wert, nicht nur die so geACHTeten  Schnitzerl, das Filet, das Roastbeef. Man muss sich nur die Mühe machen alte Rezepte auszugraben und dann die weniger edlen Teile zu verWERTen. Die Menschen sind schon komische Leut.

Um zum eigentlichen Kern des heutigen Beitrages zu kommen: der gestrige Fund hat mich wieder mal  richtig grantig gemacht und ich finde es einfach nicht in Ordnung, dass Abfälle, Schlachtabfälle so achtlos in Wiesen, Wald „entsorgt“ werden.  Alle möglichen Tiere werden von den dahingammelnden Resten angelockt….

Früher wurden die wirklich nicht zu verwertenden Reste in den Misthaufen gut untergegraben. Dort wurden sie dann zersetzt.

Heute muss das nicht mehr sein! Wenn schon entsorgen (weil man damit nichts anzufangen weiß), dann in den entsprechenden Entsorgungsstandorten, weil es die nämlich gibt, extra für diese Zwecke mit Steuergeldern gebaut!

Entschuldigt, aber das musste einfach mal geschrieben werden.

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6 Gedanken zu “Reste der Schlacht“feste“ – vom Achten, Verachten, Wegwerfen…

  1. Hallo Alexia,
    recht hast du… mit dem Wegschmeißen und mit dem in den Wald werfen… zuerst die Köder auswerfen und wenn dann der Bär los ist… dann wird gejammert, von wegen wilde Tiere und Menschen und zu wenig Lebensraum für beide…
    liebe Grüße
    Christa

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  2. Hallo Alexia,

    auch mal ein unschönes Thema anzusprechen ist wichtig. Und – „Grantig“ – das Wort gefällt mir ja zu gut 🙂

    Mit den nicht so gern gewollten Teilen vom Tier, tu ich mich teilweise auch schwer. Weiter als aus Hühnerklein eine Suppe zu kochen oder mal ein Stück Rinderleber zu essen, habe ich mich noch nicht getraut. Das ist nicht gerade sehr vorbildlich, das ist mir klar.

    Bei Innereien ist bei mir immer diese Angst: Da sind die ganzen Gifte drin, denn entgiftet wird ja vor allem über zum Beispiel die Leber. Gut – mit Sicherheit ist eine Bio-Leber „reiner“ als ein Stück konventionelles Steak. Da muss ich mir also vielleicht garnicht so viele Sorgen machen, beim guten Bio Fleisch, dass in den Innereien böse Sachen drin sind? So genau weiß ich das einfach nicht.

    Die Produkte aber einfach unsachgemäß zu entsorgen finde ich auch unter aller Kanone. Vor allem: Kann man das dann nicht wenigstens zur Herstellung von Tierfutter nehmen, wenn es der Mensch nicht essen mag? Soweit ich weiß, sind doch beispielsweise in Katzenfutter ziemlich viele Innereien enthalten. und auf Bauernhöfen laufen doch meist einige Tierchen herum.

    Nunja, das sind so meine ersten Gedanken dazu. Danke für deinen Denkanstoß!

    Liebe Grüße
    Franziska
    http://www.howbigarethesmallthings.wordpress.com

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    • Hallo Franziska,

      danke für deine Worte. Das mit dem Schwertun ist heute halt deswenn du Angst vor Giften hast, dann musst du auch Bedenken bei konventionellem Gemüse oder Obst haben. Erdbeeren z.B. werden wenige Tage vor der Ernte mit Fungiziden bespritzt, damit sie nicht schimmeln… und das ist nur ein Beispiel. Man isst ja nicht jeden Tag Leber oder Herz oder Kalbsbries. Oft liegt der Ursprung dieser Scheu in der Kindheit, weil es da auch nicht gekocht/gegessen wurde. Es gab/ gibt auch diese Diskussion, dass viele Kinder nicht mehr wissen, dass die Milch von der Kuh kommt. Und das eingepackte Schnitzel wirkt auch so steril, da würde kaum ein Kind vermuten, dass da ein lebendes Tier dahintersteckt, das für uns geschlachtet wurde. Die Wirklichkeit entfernt sich von der wirklichen Wirklichkeit – alles ist so „clean“ gemacht worden. Die Menschen verschließen die Augen vor den wirklichen Dingen. Deshalb finde ich es wichtig, dass die Leute wieder lernen, von Kindheit an, woher z.B. das Fleisch kommt, dass da ein Tier dahintersteckt. Dann wird das Stück Fleisch (ob Herz oder Filet) vielleicht wieder mehr geschätzt.

      Jetzt hab ich mich wieder mal reingesteigert… entschuldige

      Lieben Gruß zurück
      Alexia
      Ausser man isst nur vegetarisch oder vegan. Aber das ist eine andere Geschichte.

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      • Hallo Alexia,

        genau – deshalb kaufe ich mein Gemüse ausschließlich im Bauernhof hier. Der hat netterweise eine Bioland Zertifizierung und humane Preise. Und das was man aus dem eigenen Garten bekommt ist natürlich auch toll.

        Der Ursprung meiner Scheu liegt auf jeden Fall in der Kindheit – bei uns gab es einfach niemals Innereien. Glasklare Sache.

        Auch, dass ein Tier ein Tier ist, ist mir klar, und dass das nicht immer hübsch und sauber zugeht. Oft genug hole ich beispielsweise ein frisches Hühnchen vom Hof und nehme es dann selbst auseinander du rupfe es…in dem Punkt stimme ich dir zu, dass man wissen sollte, was dahintersteckt. Leider kann ich mich dann trotzdem kaum dazu durchringen, die Innereien (außer eben für Suppe oder Sauce) zu verwerten. Schade. Vielleicht kommt das mit der Zeit.

        Mir fällt bei dem Thema auch immer dieses Foto ein http://blog.innovative-labs.com/blog/DSC_0872.JPG welches ich in einem Jamie Oliver Kochbuch gesehen habe. Er schreibt dazu, dass er sehr schockiert war, aber das kleine Mädchen hatte wohl keinerlei Probleme damit, dass das Tier über ihrem Schwimmbecken ausgeblutet wurde. Es gehörte bei dieser Familie wohl zum Leben dazu, zu sehen, wo die Dinge herkommen, die auf dem Tisch stehen. Das war auf seiner Italienreise. Wieviel davon gestellt und wieviel echt ist, weiß ich nicht.

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      • Hallo Franziska,
        du lebst und geniesst ja schon das Leben sehr bewußt und wählst genauso mit Sorgfalt die Nahrungsmittel aus. Das machen die Wenigsten. Das ist schon schön, wenn du einen Bauern in deiner Nähe hast, wo du zum Einkaufen hingehen kannst. Ich bin auch so froh über meinen eigenen Garten. Jetzt im Winter versuche ich auch immer regionales Gemüse zu kaufen – ist nicht immer einfach in der kalten Zeit. Aber beim Gemüsehändler gibt es so tolles italienisches Gemüse wie z.B. Artischocken, Fenchel und Brokkoli. Da greife ich auch sehr gerne zu..
        Im Laufe des Lebens ändern sich ja viele Dinge. Ich hab erst mit Mitte 20 angefangen Tomaten zu mögen. Rohe Tomaten. Vorher hab ich die nur in gekochter flüssiger Form 😉 zu mir genommen.
        Man muss einmal die Gelegenheit haben, etwas das man nicht mag, mal ganz anders zu essen, mit anderen Aromen z.B.. Und auf einmal hat man die Scheu verloren, bzw. man mag das auf einmal. So ist es mir schon öfters gegangen.
        Ich hatte einen anderen Zugang zum Fleisch, weil mein Vater Metzger war und es auf unserm Mittagstisch eben auch die „Nebenprodukte“ wie z.B. Leber, Bries, Hirn gab. Nicht jede Woche.
        Zum Foto: toll, dass du das gefunden hast. Ja es ruft sicher verschiedene Reaktionen aus. Ich hab da auf dem Blog anonyme Köche gelesen wie ein Hahn geschlachtet wird. So wie es seit Jahrtausenden Jahren fast überall auf der Welt gemacht wird.
        Übrigens ich werde in nächster Zeit hin und wieder ein Rezept mit Innereien vorstellen. Vielleicht reizt es dich mal eines nachzukochen.

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