Quittensenf (gelee)

IMG_4540Meine Schwester und Bäuerin mit Herz hat wieder einmal voooorzügliches Gelee unter anderem auch von der Quitte hergestellt – nein wohl eher gezaubert. Denn sie zaubert den reinen Quittengeschmack in das Glas!

Die Quitten gehören wie die Äpfel, Birnen, Zwetschgen usw. zu den Rosengewächsen und wurde in den letzten 20 Jahren fast überall aus den Obstgärten verdrängt und gerodet. Ersetzt durch andere Obstbäume. Wie schade.

Auch wir hatten im Garten eine Quitte, Sorte unbekannt. Ein Stück Wurzel, geschenkt bekommen von meiner Tante Anni aus Barbian, vor circa 30 Jahren, ist sofort angewachsen und zu einem schönen nicht sehr hohen Baum gewachsen. Meine Mutter hat daraus immer leckeres Kompott gekocht. Mein Vater und ich haben dieses geliebt. Meine Geschwister mochten damals den Geschmack nicht so sehr. Er war ihnen zu intensiv… Mittlerweile hat sich das geändert…

Leider wurde nach dem Umzug meiner Eltern der Baum vor 3 Jahren von meinem Onkel, auf Wunsch seiner Frau rausgehackt, weil er nicht mehr „gebraucht“ wurde. Aber ich  konnte ein Stück Wurzel samt Austrieb retten. Jetzt wächst das kleine Wurzelbäumchen bei mir im Garten. Bis dieses Bäumchen groß und stark wird und so schön rosafarben blüht und Früchte trägt kann es noch einige Zeit dauern.

Aber auch  dieses Jahr habe ich von meiner Bäuerin-Schwester 20 Quitten geschenkt bekommen. Wie hab ich mich gefreut. Es sind Apfelquitten. Und der Duft: einmalig – phänomenal – unverwechselbar.

Heute hab ich die Quitten vom wohlduftenden Flaum befreit,  in Stücke geschnitten und in Wasser mit einigen Nelken, Kardomomkapseln weich gekocht und die Quittenstücke abgeseiht.

Aus dem Flüssigen habe ich jetzt Quittensenf (gelee) gekocht. Aus dem Festen wieder Quittenröllchen oder auch Quittenkas genannt (siehe Beitrag 2012) gemacht.

Das Rezept für den Quittensenf stammt von Frau Brigitte Goss, einer deutschen (bayrischen ?) Frau.  Ich habe es ein wenig umgewandelt.

Quittensenf:

1/2 l Quittensaft (siehe oben)

150 g Gelierzucker 2:1 (original =3:1)

3 EL Senfkörner gelb

1 TL Apfelbalsamessig

1 Pr. Salz

[evtl. Peperoncino (wer es schärfer mag)]

Gelben Senf (+ peperoncino) mörsern, mit Apfelessig und 2 EL Quittensaft (oder Quittenlikör) verrühren und mindestens 15 Minuten quellen lassen.

Dann übrigen Quittensaft erhitzen, salzen und Gelierzucker unterrühren. 3 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei gut rühren. Die Senfpaste zügig mit dem Schneebesen unterrühren und mit dem Zauberstab vermixen.

Den heißen Senf in saubere sterile Gläser füllen und mit sterilen Deckeln schnließen. Durch das Abkühlen wird der Quittensenf  fester (geliert). Dieser Senf hält sich ungefähr 1 Jahr, wenn er nicht vorher schon verputzt worden ist. Auch ein schönes Geschenk für Weihnachten!

Passt wunderbar als sogenannte „mostarda“ zu allerlei Käse oder auch Schinken.

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