Wiesen-Safari – Kräuterpädagogen erforschen Weitentaler Bergwiesen

Vor drei Tagen, am 22. Juni war es wieder soweit: einige Kräuterpädagogen haben sich getroffen um das Wissen gemeinsam aufzufrischen und die Freundschaft zu vertiefen. Es war ein sonniger herrlicher Samstag.

Klara, auch eine Kräuterpädagogin und ihr Ehemann Eduard Mair vom Gadnerhof im Weitental haben uns eingeladen Ihre Bergwiesen  auf 1700 m  anzuschauen. Dieser wunderschöne Flecken Erde  wird  Gadner Leite, genauer jedoch Johannisbödenle oder Johannnispichl genannt. Hier wird weder mit Mist noch mit Jauche oder Kunstmist gedüngt. Es wird dabei nur alle 2 Jahre gemäht (ab Mitte Juli) und das ist dann eine Mordsarbeit, denn es geht steil her. Wenn ein Mensch es nicht gewohnt ist, braucht er fast Steigeisen um dort so eine Arbeit verrichten zu können. Es ist eine wichtige Arbeit, denn wo nicht mehr gemäht wird, verbuscht (vergrünt) es. Dann wachsen die Grünerlen, Alpenrosen usw. die Artenvielfalt nimmt so ab.
Aber echte Bergbauersleute wie es Klara und ihr Mann Eduard sind sind da hart im nehmen.
Sie bewirtschaften gemeinsam und nachhaltig 5,5 ha Wiese, 7 ha Bergwiesen und halten 11 Kühe, 4 Jungrinder Fleckvieh und Schwarzbunte, 2 Schweine und einige Hühner. Dabei liefern sie  60000 l Milch pro Jahr, genauer gesagt Heumilch.
Bei uns in Südtirol wird die Heumilch leider noch nicht separat gesammelt, verarbeitet und verkauft. Sie wird mit der anderen Milch, der Silomilch vermischt – leider!
In Österreich wird die Heumilch bereits seit einigen Jahren extra abgepackt und verarbeitet. Für die Unterstützung der Heumilchbauern, deie Förderung und Vermarktung dieser besonderen Milch wurde die ARGE Heumilch gegründet. Sie hat bis jetzt 2 verschiedene Fibeln herausgegeben. Auf Anfrage hat die ARGE mir umgehend Fibeln für die Teilnehmer der Safari geschickt. Für die Zurverfügungstellung dieser 2 sehr informativen Büchlein ein großes Vergeltsgott!

Ausserdem wachsen auf ihrem Acker noch Earepfel (Kartoffeln), verschiedene Gemüsearten und Roggen. Der wird dann im Herbst und Winter zum Brotbacken verwendet. Der neue Backofen wird regelmässig „ungschiart“ und dann wird Brot gebacken. Klara ließ uns vom Brot kosten, dazu gab es selbst gemachten Frischkäse aus Tschotte (Ricotta), Speck, Kaminwurzen… und eine Beifußlimonade. mmhh…

Nach der kleinen Stärkung auf dem Ganderhof wurden wir dann mit dem Heutaxi  zu den Bergwiesen gefahren. Ein kleines Paradies:  Die Luft, die Aussicht ins Tal und auf die nahen und fernen Berge, dazu  die Vielfalt auf den Wiesen…. das war schon ganz fein….
Wir haben auf unserer Safari in luftiger Höhe die Wiese als Magerwiese eingestuft mit 50 – 70 verschiedenen Pflanzen und auch Tiere.  Alpenklee, Bergklee, Rotklee, Weißer Klee, Hornklee, Flockenblumen, Besenheide, Mössefockn (Rauschbeeren), Mondraute, Akeleiblättrige Wiesenraute, Habichtskräuter, Arnika, Ferkelkräuter, Beblättertes Läusekraut, Gold-Fingerkraut, Blutwurz,  Schwefelgelbe Anemone, Quendel (Feldthymian), Stengelloser Enzian, Eisenhut,  Küchenschelle, Alpen-Nelkenwurz, Bittere Kreuzblume, Weiches Lungenkraut, Quirlblättrige Weißwurz, Buchsbaumblättrige Kreuzblume, Kleines Labkraut, Thymianblättriger Ehrenpreis, Lebendgebärender Knöterich, Katzenpfötchen, Frauenmantel, Kohlröschen, Holunder-Knabenkraut , Waldhyazinthe, Kugelorchis, Geflecktes Knabenkraut, Händelwurz, Weißzüngel,  u.v.a.  Am Nachmittag sind wir dann gemütlich hinuntergewandert und konnten dann den Unterschied erkennen zwischen Magerwiesen und Fettwiesen. Beide sind wichtig. Denn Fettwiesen ernähren das Vieh und somit auch die Bauern und Magerwiesen sind die Apotheken.
Nach einem späten Mittagessen in einem Gasthof in der Nähe haben wir uns von Klara und Eduard verabschiedet mit dem Versprechen uns bald wieder zu treffen: vielleicht im Martelltal… mal schauen…
Hier ein paar Bilder vom Tag:

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