Vogelmiere – auch bekannt als Hühnerdarm

Seit ich während der Ausbildung zur Kräuterpädagogin lukullisch Bekanntschaft mit der Vogelmiere gemacht habe, verwende ich dieses zarte grüne wilde Nelkengewächs immer wieder gerne in der Küche. Ich muss mich oft dazu zwingen, diese Vitaminbombe im Gemüsegarten stehen und nachwachsen zu lassen, denn am liebsten ernte ich sie in meinem Garten und nicht irgendwo anders, wo ich nicht weiß was gespritzt, gedüngt worden ist. Es gibt leider immer weniger ruhige, unberührte Plätzchen wo man sammeln kann – (sammeln  ja … nicht ernten!), ohne Kilometer gehen zu müssen. Denn umso frischer die Kräuter umso mehr Inhaltsstoffe sind noch drinnen.

Das liebe Federvieh schlägt sich auch gerne den Magen damit voll, aber der oft gebräuchliche Name „Hiahnerdarm“  wird von etwas anderem abgeleitet, was ich immer wieder gerne auf den Kräuterwanderungen zeige.

Die Vogelmiere enthält wie die meisten anderen Wildpflanzen ein Vielfaches an pflanzlichem Eiweiß (ca. 80%), 150% mehr Kalium, 80% mehr Vitamin C und 186% mehr Vitamin A. Diese Zahlen wurde vom Amerikanischen Landwirtschaftsministerium veröffentlicht. Außerdem finden sich im Pflänzchen noch seltene Elemente in organischer Form wie Phosphor, Magnesium, Kupfer und Silizium als Kieselsäure.

Der regelmäßige Verzehr von einheimischen Wildkräutern versorgt den Körper auf natürliche Art mit Mineralien und man kann getrost auf die Einnahme von diversen Pülverchen und Kapseln zur vermeintlichen Nahrungsergänzung verzichten – schlecht für die Pharmaindustrie, aber gut für unseren Geldbeutel.

Schaut mal genau dieses frisch-grüne Pflänzchen an – betrachet diese kleinen weißen Sterne. Nicht umsonst ist ihr wissenschaftlicher Name: Stellaria media. Fast das ganze Jahr kann man sammeln, denn dieses unscheinbare zarte Grün ist – man glaubt es kaum – sehr widerstandsfähig und fruchtbar. Eine Pflanze kann bis zu 20.000 Samen pro Jahr produzieren! wow, oder?!  Es kann im Nu im Garten alles zuwuchern, produziert Samen am laufenden Band. Es ist ein guter Bodendecker im Garten und schützt den Gartenboden im Sommer vor Austrocknung und im Winter vor direkter Kälteeinwirkung. Der Boden bleibt schön locker und fruchtbar und wird nicht ausgewaschen und hart.

Das bedeutet für die  Gärtnerin (oder Gärtner)  dann weniger gießen aber auch regelmässig sammeln und in der Küche verwenden, damit die zahmen Gartenpflanzen nicht überwuchert werden.

Roh, als Salatzutat, zu einem besonderen Vogelmieren-Pesto verarbeitet, als Färbemittel für verschiedene Teigwaren: ob süss oder herzhaft, wie bereits vor einigen Tagen vorgestellt die wild-grünen Niggilan – die Vogelmiere  ist vielfältig nutzbar.

Natürlich sollte man die Vogelmiere, wie viele wilde, aber auch zahme Kräuter nicht jeden Tag und in Übermaß essen, sondern als Delikatesse – geniessen. Vielleicht die Augen schliessen und den besonderen Geschmack herausschmecken: grün- und ja: nach jungem Mais, oder doch nach…?

Rezeptideen verrate ich gerne auf meinen wenigen Wildkräuter-Spaziergängen, oder Kochkursen.

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